Schon wieder eine Woche um und schon wieder ist so viel neues passiert.
Das liebe Jugendamt hat auf jeden Fall meine ganze Situation non-stop versucht klein zu reden. Wobei, nein eigentlich nicht von Anfang an. Ganz zu Beginn, als ich mich ca eine Woche nach besagtem Vorfall in der Nacht beim Jugendamt informieren wollte, wie es nun in Zukunft weiter gehen würde, was wer von uns beiden nun für Rechte und auch Pflichten hat, wurde mir gesagt:
„Machen Sie sich keine Sorgen. Sowieso werden wir darüber erst wieder in ein paar Jahren sprechen können, wenn eine gewisse Zeit Abstinenz nachgewiesen wurde bzgl Drogen und Alkohol und auch dann nur begleitete Umgänge für den Kindsvater, um eine Kindeswohlgefährdung auszuschließen und damit wieder Vertrauen zu Ihnen aufgebaut werden kann.“
Okay dachte ich, das lässt mich erstmal aufatmen. Mir war klar, dass mein Ex erstmal genug mit sich selbst und seiner Psyche und seinen Problemen zu tun hat und zuallererst muss ihm professionell geholfen werden, ehe da nochmal eine vernünftige Kommunikation zwischen uns stattfinden kann, geschweige denn zwischen ihm und seinem Sohn.
Natürlich sah er das anders, wollte sofort Gebrauch von seinem Umgangsrecht machen. Jede Woche kamen mindestens zwei neue Schreiben von seinem Anwalt. Er warf nur so um sich mit absolut haltlosen Gerüchten und Geschichten. Trotzdem hat mich jede einzelne verletzt und absolut wütend gemacht! Ich habe mich wirklich gefragt, wie kann sich jemand, den ich so sehr geliebt habe, so krass verändern?!
Es half alles nichts, die Gerichtsverhandlung fand statt. Die erste und einzige bisher!! Im Mai.
Ich habe vorab ein Gespräch mit dem Mitarbeiter des Jugendamts geführt. Ihm erneut alles geschildert, was vorgefallen ist. Auch was danach noch für geschmacklose und beleidigende Nachrichten von meinem Ex an mich und meine Familie via WhatsApp geschickt wurden oder was er beleidigendes und drohendes in seinem WhatsApp Status stehen hatte. Ich habe natürlich von allem Screenshots gemacht und diese auch als Beweis vorgelegt.
Hier mal ein kleiner Ausschnitt:

Außerdem gab es ein einstündiges Telefonat mit der Verfahrensbeiständin, die für meinen Sohn bestellt wurde. Ich hatte das Gefühl an eine total emphatische und einfühlsame Person geraten zu sein, aber da hab ich mich dann auch doch getäuscht. Nachdem Sie selbiges Gespräch auch mit dem Kindsvater geführt hat, war alles einfühlsame von vorher auf und davon!
Ich erinnere mich an einen bestimmten Teil des Gesprächs sehr gut. Sie erzählte mir von unterschiedlichen Möglichkeiten, wie Umgänge stattfinden könnten, mit so kleinen Kindern bzw Babys. Daraufhin fragte ich, wie genau so etwas abläuft. Ich meinte, es gibt schließlich für Kinder für fast alles eine gewisse „Eingewöhnungszeit“ und die wäre hier ja auch von Nöten, da es ja fürs Baby fremde Menschen sind.
UM GOTTES WILLEN, WAS HAB ICH DA NUR GESAGT..
Sie war total außer sich und hat sich fürchterlich darüber aufgeregt, dass das ja kein Fremder ist, sondern sein Vater!!
Ja, schon klar, aber er war 2 Monate alt, als das passiert ist und ist jetzt 5 Monate alt. Also er hat ihn quasi länger nicht gesehen, als gesehen..?! Oder hab ich unrecht?!
Gut, das dazu. Kommen wir zur Gerichtsverhandlung:
Es wurde über NICHTS, wirklich gaaaaar nichts gesprochen, was vorgefallen war. Er hat sich großkotzig wie eh und je gegeben und meinte alle zurechtweisen zu müssen und einen auf super rücksichtsvollen Daddy zu machen. Es war für alle (außer mir) klar, dass eine Umgangspflegschaft eingerichtet wird. Also die Sache war von vornherein schon abgesprochen zwischen Jugendamt, Verfahrenbeiständin und Richterin.
Die Umgangspflegerin war sogar schon mit anwesend. Sie stellte sich nach der Verhandlung gleich vor und gab mir ihre Karte mit. Wir verabredeten uns zu einem Gespräch, welches bei meinen Eltern, direkt in der Woche darauf, zuhause stattfinden sollte. Es fand auch satt und es war gut. Ich habe nicht detailliert erzählt was vorgefallen ist, aber ich habe ihr ganz deutlich gesagt, was meine Ängste und Befürchtungen sind. Zum Beispiel, dass ich denke, das mein Ex in vielen Dingen Hilfe und Unterstützung brauchen wird. Außerdem war eine große Angst und auch Befürchtung von mir, dass er sich gar nicht ernsthaft für sein Kind interessiert, sondern mich einfach nur fertig machen will. Unser Kind war und ist nun mal die einzige Verbindung, die noch zwischen uns besteht. Ich habe Angst, dass er mich so einfach noch unter Kontrolle halten will.
Sie hat mir wirklich aufmerksam zugehört und ich hatte den Eindruck, dass Sie total verstanden hat, was Sache ist.
In der Woche darauf fand auch schon der erste Umgang statt. Dazu und wie es mir bis heute damit ergangen ist mehr im nächsten Teil.