Tja, ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so recht, wie ich das alles hier niederschreiben soll, weil es einfach so unendlich viel war, was danach noch passiert ist. Ich packe es deshalb in mehrere Teile. Zum Teil auch als Selbstschutz, damit ich mich nicht zu sehr wieder reinsteiger und selbst trigger.
Zuallererst möchte ich wirklich sagen, das ich mich von der Polizei und in dem Fall speziell von den beiden Polizistinnen, die bei mir mit im Zimmer waren, absolut ernst genommen gefühlt habe.
Achtung Spiler: Dieses Gefühl sollte mir im späteren Verlauf nicht mehr so entgegengebracht werden.
Nachdem er für 10 Tage der Wohnung verwiesen wurde und für besagte seine Tasche noch packen durfte, wartete ich auf meine Eltern. Natürlich alles unter Schutz der ganzen Polizist*innen.
Meine Eltern haben uns sofort mitgenommen mit einem Teil unserer Klamotten. Am Wochenende darauf, haben wir meine restlichen persönlichen Gegenstände und auch meine restliche Kleidung aus der Wohnung geholt.
Jetzt kommt der erste Hammer:
Im Keller habe ich ganze Umzugskartons voll mit ungeöffneter Post gefunden. Auf den ersten Blick alle für IHN, bei genauerem durchblättern aber fand ich auch eine Handvoll an mich adressiert. Ohne erstmal wirklich verstanden zu haben, was ich da gerade gesehen habe, habe ich alles fotografiert und auch Videos gemacht. Schulden! Er muss einen riesigen Schuldenberg haben!
Jetzt denkst du sicher direkt; das hätte ich doch gemerkt.. nein, habe ich nicht! Natürlich gab es auch für uns schwierige Monate, in denen wir auf unser Geld achten mussten und uns 2x überlegt haben was und wo wir jetzt einkaufen, aber das ist noch lange kein Grund für mich gewesen misstrauisch zu werden, solche Monate hat doch schließlich fast jeder mal, oder nicht?! Dazu muss ich noch sagen, dass wir kein super extravagant übertriebenes Leben geführt haben, trotz das ER sehr gutes Geld verdient hat. Wir hatten weder ein teures Auto oder Designermöbel oder besondere Markenklamotten, noch irgendwelche hochwertige Elektronik oder oder!
Die Briefe, wirklich allesamt ungeöffnet, waren von sämtlichen Gläubigern, Inkassobüros, Anwälten, Gerichtsvollziehern, Banken, Kreditkarten, UND SO WEITER UND SO WEITER!
Ich glaube ich kann mich selber bis heute nicht verstehen, wie ich das nicht bemerken konnte. Aber ich hatte einfach keinen Grund ihn zu kontrollieren! Oder war es mir einfach egal? Nein! Hätte ich so etwas geahnt, dann wäre mir das zu 100% nicht egal gewesen, alleine schon weil auch „mein Leben“ und meine Zukunft daran hängt, irgendwie.
In der Woche darauf führte ich noch Telefonate mit etlichen verschiedenen Einrichtungen und Behörden. Unter anderem mit dem Weißen Ring, der Frauenberatungsstelle, dem Jugendamt und der Polizei.
Die Dame der Frauenberatungsstelle hat mir sehr sehr sehr geholfen und war unglaublich einfühlsam und auch aufmerksam und hat mir wirklich einfach unglaublich gut geholfen.
Das Jugendamt interessiert sich bis heute einen Scheiß für alles was passiert ist und was er mir und uns angetan hat! Also wirklich; danke für nichts! Aber hierzu möchte ich dir gerne mehr in Teil #2 erzählen.
Danke, dass du dir die Zeit nimmst und das liest. Bis nächste Woche!